Herzliche Einladung zum 2. Tag des Guten Lebens!


20.10., 14:30 bis 17:30 Haus der Wissenschaft
Workshop: Kohle, Soja, Bauxit: Rohstoffe fürs Wachstum und die Folgen für den Globalen Süden

Wie wirkt sich unser Wirtschaftswachstum mit der Ausbeutung von Ressourcen auf das Leben der Menschen im Globalen Süden aus? Welche Widerstände gibt es dort – welche Auswege aus der Wachstumswirtschaft gibt es hier? Ein Workshop mit Prof. Ulrich Brand (Extraktivismusexperte, Uni Wien) und weiteren Referent*innen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung an awwb@posteo.de ist erforderlich!

20.10., 18:30 Uhr, KWADRAT
2. Tag des Guten Lebens – für Alle!

Du bist herzlich eingeladen zu einem unterhaltsamen und spannenden Abend mit Poetry Slam, veganem Imbiss von Nora’s Deli und Vortrag und Diskussion mit Prof. Ulrich Brand: “Imperiale Lebensweise: Leben auf Kosten Anderer?” Der Eintritt ist frei!

Bilderreise zu Guten Orten

Im vergangenen Monat lud das Aktionsbündnis Wachstumswende gemeinsam mit ADFC und Heinrich Böll Stiftung zu einer Radtour zu Orten des Guten Lebens in und um Bremen ein. Begeistert entdeckten wir Orte, an denen der Wandel, den wir brauchen, schon heute gelebt wird. Orte, die uns Mut machen. Diese Bilderreise lädt zum Träumen und Kennenlernen ein.

Von der ADFC-Radstation am Hauptbahnhof Bremen brachen wir hoch motiviert auf. Von diesem Ort aus, der für nachhaltige und gerechte Mobiliät steht, gelangten wir auf den “Klimaboulevard” in Findorff (Münchener Straße) und besuchten die Klimazone, den Tauschladen FairTauschen und das Repair-Café in der Leuchtturmfabrik.

Von Findorff aus ging es weiter ins schöne Blockland. Auf dem Hof Bavendamm erfuhren wir viel über biologischen Landwirtschaft im Land Bremen und konnten Störche beobachten, die sich hier sehr wohl fühlen.

Weiter ging es über den Deich zum Hof Kaemena, wo uns bei einer köstlichen Kugel Eis die Regionalwährung “Roland” vorgestellt wurde.

Zum Abschluß kehrten wir zu einer wärmenden Suppe im Café Sunshine im Viertel ein und tauschten uns über das Gesehene und Erlebte aus. Fest steht: Diese Radtour wird nicht die letzte Exkursion zu Orten des Guten Lebens gewesen sein!

Alle Fotos: © Helmut Schellhammer 2018

Forderungen Teil III: Anders Wirtschaften

Wie angekündigt, stellen wir in diesen Wochen unsere Forderungen für eine Wachstumswende vor. Teil 3: Anders Wirtschaften.

Verbot kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum

File:RERO 2008.jpg
CC-BY-SA-3.0 Jean Faucheur via Wikimedia. Mir wäre eine weiße Wand lieber gewesen…

Nicht nur Luftverschmutzung und Lärmbelästigung, auch Außenwerbung stellt einen Angriff auf den Einzelnen und die Gesellschaft dar. Private Profitinteressen legitimieren tausendfache Einschränkungen des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und erzeugen manipulativ Bedürfnisse. Das geschieht ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Folgen. Ganz gezielt wird Sehnsucht nach Anerkennung oder Angst erzeugt und ausgebeutet. So wird ein gesellschaftliches Klima der Vereinzelung und des Gegeneinanders im Wettkampf um Statussymbole erzeugt. Mit einer Wachstumswende ist diese Art des Wirtschaftens nicht vereinbar.

Im öffentlichen Raum hat kommerzielle Werbung nichts zu suchen. Hier kann Bremen unmittelbar ansetzen und gemeinsam mit Städten wie Sao Paolo und Grenoble eine Vorreiterrolle einnehmen.

 

Forderungen Teil II: Arbeit

Wie angekündigt, stellen wir in diesen Wochen unsere Forderungen für eine Wachstumswende vor. Teil 2: Arbeit neu denken.

Arbeitszeitreduzierung und mehr Zeit für Sorgearbeit und Engagement

Seit einigen Jahrzehnten werden Produktivitätszuwächse weder in reale Lohnzuwächse noch in eine Verkürzung der Arbeitszeit umgesetzt. Um den Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern, muss daher auf stetes Produktionswachstum gesetzt werden. Reale Bedürfnisse sind in diesem Prozess schon lange unwesentlich. Um dieser Spirale zu entkommen, fordern wir eine Verkürzung der Regelarbeitszeit auf 30 Wochenstunden. Mit der Arbeitszeitverkürzung muss eine Umverteilung von Arbeit einhergehen. Zudem stünde der Einzelnen mehr Zeit für ehrenamtliches, kulturelles und politisches Engagement zur Verfügung. Das ist für eine starke Demokratie unerlässlich. Außerdem würde eine Arbeitszeitverkürzung und -umverteilung eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit, die überwiegend von Frauen getragen wird, unterstützen.
Das Land Bremen kann mit gutem Beispiel vorangehen, indem allen Mitarbeitenden im Öffentlichen Dienst eine Arbeitszeitverkürzung angeboten wird, um mehr Zeit für Engagement und Sorgearbeit nutzbar zu machen.

Forderungen Teil I: Verkehrswende

Wie angekündigt, stellen wir in diesen Wochen unsere Forderungen für eine Wachstumswende vor. Teil 1: Verkehrswende voranbringen.

Freiräume statt Parkräume – Ausbau des Umweltverbundes

File:Copenhagen Cyclists (19200075809).jpg
CC-BY-2.0 Tony Webster via Wikimedia

Gemeinsam mit dem Bremer Verkehrswendebündnis fordern wir eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung. Mit den Erlösen soll der entschiedene Ausbau des Umweltverbundes (Fuß, Rad, Bus und Bahn) vorangetrieben werden. Die Wachstumswende beinhaltet eine Stadt, die für alle Menschen offen und sicher ist, die gemeinsam und gleichberechtigt gestaltet wird. Dazu gehört, dass öffentlicher Raum gemeinsam genutzt wird. Dass kostenfreies Parken als Anrecht begriffen wird, steht dem fundamental entgegen. Wir wollen weniger Verkehr – und mehr Mobilität! Die Wachstumswende zielt auf eine demokratische, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Gesellschaft ab. Durch die Verkehrswende wird das Klima geschützt, die Zahl Verletzter, Erkrankter und Todesopfer durch Luftverschmutzung und Unfälle reduziert, der öffentliche Raum belebt und für alle Menschen sicherer gemacht. So entsteht Raum für ein neues Miteinander.

Unsere Forderungen für die Wachstumswende

In der politischen Debatte im Vorwahlkampf, in der Diskussion um die Attraktivität unserer Stadt, in der Arbeit der Zukunftskommission scheint eines gesetzt zu sein: Die Wirtschaft muss wachsen!

Doch dieser Glaubenssatz, der seit Jahrzehnten die Wirtschaftspolitik bestimmt, bleibt nicht länger unhinterfragt. Die Folgen des unbegrenzten Wachstums in den reichen Ländern – skandalöse globale Ungleichheit, Klimakatastrophe, Ökonomisierung aller Lebensbereiche – sind längst unübersehbar. Die alten Versprechen von Vollbeschäftigung und wachsendem Wohlstand für alle werden nicht erfüllt. Das blinde Vertrauen ins Wachstum bröckelt; kaum jemand glaubt noch, dass “Immer mehr” sinnvolles und alleiniges Ziel des Wirtschaftens sein darf.

Es ist an der Zeit, uns über eine Wachstumswende Gedanken zu machen: eine Neuorientierung von Politik und Wirtschaft ist notwendig. Nicht mehr Wachstum, sondern die Orientierung an einem Guten Leben für Alle – demokratisch gestaltet, global gerecht und ökologisch verantwortlich – muss Ziel des Wirtschaftens sein.

Ein “Weiter so” kommt vor dem Hintergrund von Demokratie-, Ungleichheits-, und ökologischen Krisen nicht in Betracht. Einfache Antworten auf die Frage nach dem Guten Leben kann es zugleich auch nicht geben. Also möchten wir eine Debatte darüber anstoßen, wie dieses Gute Leben für alle, jenseits des Wachstums, aussehen kann. Und zwar ganz konkret in Bremen.

Das Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen, getragen von über 20 zivilgesellschaftlichen Organisationen, ist in den letzten zwei Jahren mit hunderten Menschen zu dieser Frage ins Gespräch gekommen. Am 20.06.2018 haben wir erneut vor der Bürgerschaft den Ideen der Bremerinnen und Bremer für eine Wachstumswende zugehört und uns am Abend mit Abgeordneten der Bürgerschaft über die Ergebnisse ausgetauscht. Als Anregung – nicht als Patentrezept – haben wir drei provokante aber machbare Forderungen formuliert um zu skizzieren, wie wir uns Aspekte der Wachstumswende in Bremen vorstellen.

Auf unserem Blog stellen wir in den nächsten drei Wochen unsere Forderungen vor – und freuen uns, darüber ins Gespräch zu kommen!

Auf zum Guten Leben!

Einladung: Radtour zu Orten des Guten Lebens

Das Klima spielt verrückt, die Demokratie ist bedroht und ein Leben, das nicht auf Kosten anderer geht, ist im Alltag oft nur schwer umzusetzen. Manchmal scheint es, als würde die Situation schlimmer und schlimmer. Und der Ausweg soll Wirtschaftswachstum sein?

Das Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen findet: Ein Gutes Leben für Alle ist ein besseres Ziel als „immer mehr”! In Bremen geht schon eine ganze Menge, was gelebte Alternativen angeht. Viele Menschen beginnen bereits, gerechte, wohltuende und ökologisch nachhaltige Alternativen zu leben. Wir laden euch ein, mit dem wohl besten Fahrzeug der Welt – dem Fahrrad – einige der kleinen Utopien zu entdecken, die uns Mut machen, und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die dahinter stehen. Gemeinsam machen wir uns auf zum Guten Leben.

Auf zum Guten Leben! weiterlesen

Straßenbahnfahrt großer Erfolg

Ende April tourte eine vollbesetzte Straßenbahn quer durch Bremen um eine Vielzahl von Projekten zu besuchen, die für ein anderes Wirtschaften, Arbeiten und Wohnen stehen. Das evangelische Bildungswerk und das Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen hatten zum Straßenbahnseminar auf dem Weg zu Orten des Guten Lebens eingeladen. Die begeisterte Stimmung der Teilnehmenden wird in der Berichterstattung im Weserkurier gut getroffen.

Foto: Annette Wagner

 

Wachstumswende beim Via Campesina-Tag

Am Dienstag, den 17.04.2018, fand auf dem Bremer Ziegenmarkt zum wiederholten Male der Via Campesina-Aktionstag statt. La Via Campesina (“der bäuerliche Weg”) ist eine internationale bäuerliche Bewegung. Diese entstand 1993 aus Protesten gegen die Welthandelsorganisation und gegen die Liberalisierung des Weltmarktes. Das Via Campesina Netzwerk besteht 2018 aus 182 Organisationen in 81 Ländern. La Via Campesina vereinigt die Kämpfe von mehr als 200 Millionen Kleinbäuer*innen, Landarbeiter*innen, Landlosen und Indigen*as. In Deutschland gehört die ‚Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft’ (AbL) dazu.

Foto: Ingo Take

Wachstumswende beim Via Campesina-Tag weiterlesen