„Auf zum Guten Leben! Aber wie?“ am 10.11.2020 mit Tobi Rosswog

Sammlung zur Frage „Was ist ein Gutes Leben für mich?“
• Gutes Leben ist für mich, meine Zeit frei einteilen zu können. Unabhängig von Geld zu sein. In Kreisläufen zu leben. Liebe, Vertrauen und Frieden zu leben.
• Die Freiheit, etwas Gutes für die Welt zu tun und dabei abgesichert zu sein. Und mit anderen Leuten eine gute Zeit zu haben.
• Frei verfügbare Zeit, Versorgung mit Wohnung und Nahrung, möglichst gewaltfrei leben dürfen.
• Nicht nur der Routine folgen (müssen), sondern auch Zeit zu haben, die Dinge zu tun, zu lernen, sich zu entwickeln in die Richtungen, die mich interessieren!
• Straßen zum Bewegen und Begegnen bei frischer Luft
• keine Existenzängste / materielle Sicherheit, Zeit haben, eigene Interessen verfolgen können, mit anderen zusammenarbeiten können, soziale Kontakte, intakte Umwelt
• Arbeit, die oft Spaß macht und mir noch Raum lässt für meine Interessen und sozialen Kontakte. Eine Wohnung, in der ich mich rundum wohlfühle.
• Gutes Leben ist für mich in Verbindung mit mir selbst und meiner Umwelt zu stehen.
• Das richtige Maß finden, Zeitwohlstand und möglichst wenig Ressourcenverbrauch: reduce to the max.
• Freunde, Interessen, keine Existenzängste, gutes Essen,
• gutes leben ist für mich im einklang mit mir, meinen mitmenschen und der natur zu leben und zu wissen, dass das für alle menschen so ist
• Gutes Leben sind befriedigende soziale Kontakte, materielle Sicherheit, Freiheit Leben für mich und gemeinsam mit anderen zu gestalten

Input Tobi Rosswog (TR):
• was brauchen wir eigentlich wirklich?
• es gibt genug für jedermanns Bedürfnisse, nicht für jedermanns Gier
• was ist mein Potential
• Sorgelogik als Fundament der Gesellschaft
• Bedingungsloses Auskommen! zB als Commenslogik
• Nichteigentumslogik unterliegende Strukturen aufbauen
• Zugang zu Häuser, die man selbst mit aufgebaut hat
• nicht in Magellogik verharren
• wir sind abhängig voneinander
• ich bin nur, weil du bist und wir gemeinsam sein können.
• eine Aktivistin im Hambacher Forst erzählte zu mentaler Suffizienz (s.u.)
• beeindruckendes Bekenntnis zu eigenem bullshit-Job vor über 300 Kollegen
• lasst uns in Kontakt gehen. in der Begegnung Gemeinsames suchen z.b. nach dem
Guten Leben für Alle.
• 3 Wege zum Wandel, Widerständig sein, Undenkbares austauschen, Utopien leben/Aus Fehlern lernen
• In Kooperation statt in Konkurrenz.


Frage: Was entgegne ich Menschen, die mir sagen, dass in Bremen weiterhin Produkte erstellt werden müssen, damit auch ein BGE bezahlt werden kann, weil man mit Carearbeit keine Wertschöpfung erreichen kann?
TR: Erinnert ihn an eine Gesprächsrunde mit Politikern. Reförmchen gegen utopische Denke. Lasst uns für eine BLAuskommen streiten. Lebensmittel retten. Ethisch verantwortlich handeln. Den Menschen im globalen Süden weniger stehlen!
Frage: Aus einem Mini-Suffizienzlabor kommt die Frage:
Es wird aber doch nicht alles besser, wenn ich mich vom Überfluss befreie?!
TR: Kollektiv organisieren und keinen Mangel erleiden. Ressourcen teilen statt selbst haben. In anderen Ländern ist Genügsamkeit viel positiver besetzt. Ça suffit!
Frage: Hat Tobi auch mal gezweifelt, ob er mal was HABEN möchte?
TR: Nein. Er zieht gerne seine Erkenntnis durch. Loslegen. Starten. Ausprobieren. Schritt für Schritt. Auch wenn es nicht rosig einfach ist.
Frage: Woher kommt der Geldfluss? Das Einkommen des Landwirtes? Wer finanziert den Öffentlichen Nahverkehr? Die Carearbeit?
TR: Öffis haben in der Organisation/Verwaltung und Ticketverkauf viel Potential zum Einsparen. Care ist das Wichtigste. Neue Spielregeln schaffen.
Gedanken/Frage: Regionales Wirtschaft, Sharing Economy hilft, doch wir sitzen in dieser Konferenz aktuell mit viel Technik zusammen…
Frage: Wie ist es mit der Bedürftigkeit von diversen Menschen? Als Weltgemeinschaft gedacht.
TR: Sharing Econony ist reiner Kapitalismus. Eine Scheinlösung z.B. bei airbnb. Tauschlogikfrei ist wichtig. Radikal entschleunigen. Halb Frankfurt würde leer stehen… Was brauchen wir wirklich???
Wofür ist die Utopie da? Zum Gehen – sich auf den Weg zu machen!
Der Mensch ist das, was wir prägen. Reise nach Ecuador per Flug oder Schiff. Was ist sexy? Wir haben etwas individuell zu ändern und auch strukturell. Inneren und äußeren Wandel denken.
Plädoyer/Frage: Vieles ist schwierig. Doch das was geht, mit denen die Sehnsüchte haben, sich zusammen zu tun. Realismus steht einem Wandel nicht entgegen. Herausfinden wo Anderes möglich ist.
TR: Konkrete Utopie ist möglich. Lebendige, machbare Utopie! Konzept der Solidarische Landwirtschaft übertragbar auf ALLES (X). CSA(Community Supported Agriculture) > CSX Gesellschaft nach Bedürfnissen und Fähigkeiten organisieren. Konkret machen. Tu was du gerne machen möchtest. Geh deinem Impuls nach.
Frage: Wie groß können Gruppengesellschaften sein? Wann wird es schwierig? Wie lange sollte ein Veränderungsprozess dauern, damit es klappt. Digitalisierung. Wie kann man die nutzen oder eher nicht?
TR: Ich muss entsprechend meiner Verfassung trotzdem immer versorgt sein.
Kooperation und Fülle statt Angst. Größe wie 100 Partien bei SoLawi geht. Auch bei Unbekannten. Z.B. mit einer Tofurei mit solidarischen Preisen. Das dauert.
Transformation erwartet TR nicht auf einen Punkt. Es ist ein lange währender Prozess. Den rechten Moment anpacken. Durch Krisen ergeben sich Lösungen. Das Naheliegende nutzen. Wir haben nicht mehr viel Zeit, aber alles versuchen.
Frage: Bist du auch so früh schon ganz anders gewesen, wie ich?
TR: Wenn ich authentisch begegne merke ich: Es gibt viele andere, die genauso ticken.
Frage: Verzicht ist attraktiv, wenn gute Werte dagegen stehen. In Gemeinschaft geht das gut.
TR: Er hat sein Leben so eingerichtet.
Frage: Was sind Kraftquellen für dich?
TR: Große Resonanzen. Geborgenheit. Zusammen scheitern. Kind im Herzen behalten.


Literaturtipps:
• ILA Kollektiv: Das Gute Leben für alle. Auch als Hörbuch. https://ilawerkstatt.org/
• Friederike Habermann: Ausgetauscht!
(https://cloud.livingutopia.org/s/mBfDs2nZtR5jRbF#pdfviewer)
• Rede der Aktivistin vom Hambacher Forst „Winter“: https://www.youtube.com/watch?
v=uYfW2LogrAs
• Tobi Rosswog: After Work

Radtour zu Solidarischen Landwirtschaftsbetrieben

11. Juli @ 10:00 – 17:00

Wir machen mit dem Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen eine Radtour zu zwei der nördlich von Bremen gelegenen Solidarischen Landwirtschaften.

Sophienhof und Gärtnerhof Oldendorf in Holste. Wir lassen uns von Marc Schweighöfer und Jan Bera erläutern, warum und wie das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft zur Wachstumswende in Bremen, umzu und sogar global beiträgt. Wir sehen Viehwirtschaft, Ackerbau und Gewächshausanzucht.

Fragen wie: “Welche Sicherheit haben die Bauern im Vergleich zu herkömmlich regional vermarktenden Bio-Bauern?“ „Welche internationalen Netzwerke gibt es?“ können gestellt werden.

Die Tour führt uns von Bremen 40 km durch das Blockland über die Dörfer nach Oldendorf/Holste. Der Rückweg geht mit dem Fahrrad 7 km bis Lübberstedt und dann per Zug nach Bremen.

Am Samstag, 11. Juli 2020
Start um 10 Uhr in Bremen
Ende ca. 17 Uhr in Bremen
Ca. 50 km Radstrecke plus Zugfahrt.

Picknick selbst mitbringen.
15 Teilnehmende maximal.

Bitte namentlich anmelden bis zum Montag, 06. Juli 2020 bei awwb@posteo.de, Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben.

Informationen:

www.solidarische-landwirtschaft.org
www.sophienhof-oldendorf.de
www.gaertnerhof-oldendorf.de
www.wachstumswende-bremen.de

Aktionsbündnis diskutiert

Herzlich einladen möchten wir zu den nächsten Veranstaltungen im Rahmen unserer Winterreihe:

Dienstag, 14. Januar, 18 Uhr
»Wenn ich König von Bremen wär«
Raum im Hof, Fehrfeld 61
mit Ronny Meyer (Staatsrat für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau)

Dienstag, 11. Februar, 18 Uhr
»Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Oder: Warum es an der Zeit ist, den Flughafen in Bremen überflüssig zu machen«
Raum im Hof, Fehrfeld 61
mit Lene Montanus (Am Boden bleiben)

Dienstag, 10. März, 18 Uhr
»Regionalernährung – kann das funktionieren?«
Raum im Hof, Fehrfeld 61
mit Marie Pigors (Naturkostkontor Bremen)

Dienstag, 21. April, 18 Uhr
verschoben voraussichtlich auf 04.08.2020
»Bauen – Wohnen – Gentrifizierung: die neue Soziale Frage?«
Raum im Hof, Fehrfeld 61
mit Prof. Dr. Ulrike Mansfeld (Hochschule Bremen)

Wachsende Stadt? Solidarische Stadt!

  • 27. September 18:30 – 28. September 18:00
  • Künstlerhaus Güterbahnhof Bremen

Freitag, 27. September 2019, 18:30
Wachstumswende statt wachsende Stadt!
Vorträge und Diskussion

Zur Kritik der Zukunftskommission (Dr. Ingo Take, Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen)
Politik für die Wachstumswende (Lene Montanus, Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen)
Stadtplanung für die Postwachstumsstadt (Viola Schulze-Dieckhoff, Universität Dortmund)

Samstag, 28. September 2019, 10:30 – 18:00
Wachstumswende in Bremen umsetzen!
Workshops mit Expert*innen zu

Verkehr und Mobilität (Wolfgang Köhler-Naumann, Bremer Bündnis Verkehrswende + Thorsten Koska, Wuppertal Institut)
Arbeit und Sorge (Rena Fehre, Impulsgeber Zukunft + Madeleine Does, Poliklinik Veddel, Hamburg)
Wohnen (Joachim Barloschky, Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen + Anja Bierwirth, Wuppertal Institut)
Wirtschaft und Wachstum (Jana Gebauer, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung und Joachim Heier, attac Bremen)

Gemeinsame Aktion für Werbefreiheit (Fadi El-Ghazi, Berlin Werbefrei)

Für ein köstliches Mittagessen wird gesorgt.

Alle Infos unter www.wachstumswende-bremen.de
Anmeldung für die Workshops am Samstag erforderlich: awwb@posteo.de
Die Teilnahme ist kostenfrei. Spenden sind willkommen.+ zu Google Kalender hinzufügen+ Exportiere iCal

Details

Beginn: 27. September @ 18:30 Ende: 28. September @ 18:00 Veranstaltungskategorien: Abendveranstaltung, Tagesveranstaltung, Vortrag, Workshop

Veranstaltungsort

Künstlerhaus Güterbahnhof, Tor 40 Beim Handelsmuseum 9
Bremen, 28195 + Google Karte

Veranstalter

Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen und Heinrich-Böll-Stiftung Bremen

Bremen: mit Rot-Grün-Rot zur Wachstumswende?

von Lukas Warning und Lene Montanus

Als Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen haben wir anlässlich der Landtagswahlen am 26. Mai die Broschüre „Klar zur Wende: Politik für die Wachstumswende in Bremen“ veröffentlicht. Unser zentrales Anliegen: zeigen, dass Gesellschaft und Wirtschaft prinzipiell gestaltbar sind und ermutigen, über Politik jenseits der Handlungszwänge und Alternativlosigkeiten nachzudenken. Wir wollten die Wachstumswende anhand verschiedener im Wahlkampf präsenter Themen erlebbar machen, indem wir konkrete Politikvorschläge formulierten und mit den Positionen der Parteien abglichen.

Am 1. Juli haben sich nun SPD, Grüne und Linke zu einer Koalition „des Aufbruchs“ zusammengeschlossen. Anhand zentraler Politikfelder beleuchten wir, inwiefern die rot-grün-rote Koalition in ihrem Koalitionsvertrag einer Wachstumswendepolitik nahekommt. Im Anschluss ziehen wir ein ernüchterndes Fazit und fragen, wie eine (Wirtschafts-)Politik für die Wachstumswende aussehen müsste und wer sie entwickeln und umsetzen kann.

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Radtour Urban Gardening

Am Samstag, den 22. Juni 2019 trafen sich 28 interessierte Freunde des Gärtnerns anlässlich einer vom Aktionsbündnis Wachstumswende Bremen unter der Leitung von Rike organisierten Radtour zu verschiedenen Orten des Urban Gardenings

Vom Antikolonialdenkmal am Hauptbahnhof, wo ein erstes Beispiel urbanen Gärtnerns bewundert werden konnte und der Zusammenhang mit unserem regionalen Handeln zu globalen Missständen angesprochen wurde, ging es in den Stadtteil Horn-Lehe zum FlorAtrium.

Hier wird nicht nur Kleingärtnern Anschauungsmaterial für den ökologischen Anbau von Nutz- und Wildpflanzen sowie Beratung geboten, sondern es gibt auch zahlreiche Lernangebote im Umweltbildungsbereich für Vereine, Schulen und Kindergärten, Erwachsenenbildungseinrichtungen, Natur- und Umweltorganisationen sowie Interessierte. Der 10.000 m² große Garten mit über 80 alten Obst- u. Gemüsesorten lädt zu Entdeckungen ein. Im Unterrichtspavillon lassen sich ökologische Fragestellungen aller Art mitten im Grün beantworten. Neben den Themen wie Dachbegrünung, Hummeln und Wespen, Hochbeet, Trockenmauer, Bodenschutz und Bodenpflege können auch Hauswandbegrünung, Vorgartenentsiegelung, naturnaher Wegebau und vieles mehr praxisnah „erfahren“ werden. 

Von Horn ging es zu Blühstreifen des Arbeitskreises Blüten und Bienen BUND und einem gemeinsamen Mittagsimbiss ins Kleingartengebiet an der Waller Feldmark, wo der “Internationale Garten Walle e.V.” bewundert werden kann.

Der 2300 qm großen Gemeinschaftsgarten kann von all denjenigen genutzt werden, die keinen eigenen Garten beackern wollen oder können, und die außerdem auch besondere Lust zum gemeinsamen Gärtnern mit Menschen aus aller Welt haben. 

Nächste Station der Radtour war der Garten des Bremer Selbstversorgers Carsten Siemering, der Gemüse aus selbst vermehrtem Saatgut und Obst anbaut. Die Ernteüberschüsse seines reichhaltigen Gartens kann er z.B. im Tauschladen in Findorff gegen Reis und andere Lebensmittel eintauschen. Durch seine Art des “akzeptierenden Gärtnerns” hat er besonders viele Wildkräuter, die u.a. als Insektenweide dienen und zur Bodenverbesserung beitragen. Löwenzahn zum Beispiel lockert durch seine langen Pfahlwurzeln den Boden auf. Ackerschachtelhalmbrühe dient zur Pflanzenstärkung.

Schlusspunkt der Tour war der Bremer Güterbahnhof, der seit 2009 vom “Verein 23 e.V. zur Förderung intermedialen Kulturaustausches” auf 36.000 qm über 200 Künstlern, Musikern und Kulturschaffenden aller Gattungen als Arbeits-, Probe- und Produktionsraum dient. Hier wächst der so genannte CentralPark, wo Urban Gardening trotz Entsiegelungsverbot auf besonders originelle Art und Weise betrieben wird und sogar eigene Bienen beherbergt. Somit bietet der Standort nicht nur Kultur- sondern auch Naturerlebnisse und ist auch in Zukunft einen Besuch wert.

Fotos von Helmut Schellhammer, Bremen 2019

Gemeinsam auf die Straße: Für unser Klima!

29.6. 11.00 Hauptbahnhof

Wir werden lauter, wir werden immer mehr und wir wollen, dass etwas passiert. Für mehr Klimaschutz, für unsere Zukunft! Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis rufen wir Euch alle auf: Kommt mit auf die Straße und lasst uns gemeinsam ein friedliches und buntes Zeichen an die Politik senden! Klima- und Umweltschutz müssen endlich höchste Priorität haben. Wir brauchen JETZT entschlossene Maßnahmen, um eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu erhalten. Die neue Landesregierung muss politischen Willen zeigen und den Klimaschutz in Bremen entscheidend voranbringen. TATEN STATT WARTEN − KLIMASCHUTZ JETZT! Seid dabei und verteilt diese Einladung, damit unsere Botschaft nicht mehr zu überhören ist!!!

Fahrradtour zu Orten des guten Lebens am 4. Mai

Am Samstagmorgen sind 23 interessierte Menschen bei schönstem Sonnenschein vom Kolonialdenkmal aus mit ihren Fahrrädern aufgebrochen zu einer Reihe von Orten des guten Lebens, an denen alternative, gemeinwohlorientierte Lebens- und Wirtschaftsweisen erprobt werden. Erste Station war die Kinder- und Jugendfarm in Habenhausen, wo vor allem junge Menschen Naturerfahrungen sammeln können. Mit dem Projekt „Farm aktiv im Klimaschutz“ hat die Farm ihr Programm inzwischen um klimaschutzbezogene Mitmachangebote, Kurse und Aktionen erweitert. Anschließend ging es zum Körnerclub in der Neustädter Gneisenaustraße, einem selbstorganisierten Gemeinschaftsprojekt zum Bezug von regionalen und saisonalen Lebensmitteln in Bio-Qualität, die in einem eigenen Laden von den Mitgliedern verkauft werden. Fast um die Ecke liegt der Umsonstladen (Gastfeldstraße), eine politische Initiative von Anarchist*innen zum anderen Umgang mit Konsum und Geld. Hier kann jede/r Gegenstände abgeben, die sie/er nicht mehr benötigt oder notwendige Dinge umsonst mitnehmen. Zum Mittagessen kehrte unsere Gruppe dann im Kukoon ein. Das ist ein Kollektiv aus 20 Menschen, die gemeinsam einen offenen Raum für Kultur, Kommunikation und Kulinarisches geschaffen haben. Ziel ist das gemeinsame Arbeiten und solidarische Wirtschaften. Frisch gestärkt führte uns dann ein Mitglied des ADFC durch das Fahrradmodellquartier alte Neustadt (rund um die Hochschule) und zeigte uns, wie die Lebensqualität des Quartiers durch mehr Fuß- und Radverkehr verbessert werden kann. Schlusspunkt der Radtour war ein Besuch der Klimawerkstadt, wo Ideen für eine lebendige und zukunftsfähige Nachbarschhaft gesammelt, erarbeitet und gelebt werden sowie des gegenüber liegenden Lucie-Flechtmann-Platzes mit seinem urban gardening Projekt („Garten für alle“). Die Teilnehmer*innen äußerten sich am Ende der Tour sehr positiv über die vielfältigen Eindrücke und die zahlreichen Informationen, die ihnen diese Veranstaltung des Aktionsbündnisses Wachstumswende Bremen ermöglicht hat. Danke auch von uns an alle Teilnehmenden und an alle beteiligten Organisationen!

Alexandra, Ingo und Rike

Wohlstand ohne Wachstum – Klimaschutz

In ihrem Artikel „Yes, We Can Prosper Without Growth“ stellen die Autor*innen der Forschungseinrichtung „Research and Degrowth“ einen Zehn-Punkte-Plan mit Postwachstumspolitiken für eine Wachstumswende in Katalonien vor. Einige dieser zehn Forderungen möchten wir in den kommenden Wochen diskutieren, insbesondere mit Blick auf ihre mögliche Bedeutung für den Bremer Kontext.

Bremen trägt massiv zum Klimawandel bei: durch umweltschädliche Industrien wie Kohle und Stahl, zu viele Autos auf den Straßen und Flugzeuge in der Luft, wenig nachhaltigen Konsum, und, und, und. Die in Bremen ausgestoßenen Emissionen bleiben aber nicht in Bremen, sondern richten weltweit Schaden an, unter dem insbesondere Menschen im Globalen Süden leiden. Ein zentraler Aspekt der Wachstumswende ist deswegen Klimagerechtigkeit, also global gerechter Klimaschutz. Hier ist jede*r Einzelne, aber vor allem auch die Politik in der Verantwortung, Klimaschutz konsequent voran zu treiben und auch gegen wirtschaftliche Interessen zu verteidigen. Denn ohne die ökologischen Lebensgrundlagen kann es keine Gesellschaft und damit keine Wirtschaft geben. Ein Gutes Leben für Alle ist ohne Klimaschutz also nicht möglich!


Bremen hat schon einen Divestment-Beschluss gefasst.
©
Fossil Free Bremen
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